Dienstag, 14. September 2010

Portraitfotografie: Tipps für Portraitfotos & Fototechnik

Willkommen zu meinem ersten Post mit praktischen Tipps zu meinem Lieblingsbereich, der Portraitfotografie. Diese Tipps beschreiben vor allem die technischen Rahmenbedingungen beim Fotografieren von Menschen. Daher möchte ich euch einen kurzen Einblick in meine gesammelten Erfahrungen der letzten Shootings ermöglichen und euch allgemeine und nützliche Tipps für Portraitfotos geben.

Portraitfotografie Outdoor - brünette Frau mit blauen Augen
Portraitfoto einer jungen Frau mit blauen Augen

1. Locations für Portraitfotos

Mit einer schönen und passenden Location kann man grundsätzlich jedes Portraitfoto aufwerten. Leider ist es nicht ganz einfach, die richtige Location zu finden. Mir geht es selber auch immer so. Und da ich kein Studio besitze, versuche ich mit den gegebenen Möglichkeiten, das Beste daraus zu machen. Ich wähle oft Wiesen oder Felder, da man dort genügend Platz und Licht und zudem seine Ruhe vor neugierigen Blicken hat. Fotos unter Bäumen kann ich persönlich nicht empfehlen, da die Bilder einen Grünstich bekommen können, wenn das Blattgrün von der Haut reflektiert wird.
Ich habe sehr lange Zeit nur Outdoor-Portraits gemacht, da mich die Möglichkeiten meiner Pentax sehr eingeschränkt haben (zu starkes Rauschen bei höheren ISO Werten). Seit ich meine Canon EOS 5D Mark II (III) besitze habe ich mich auch an den Indoor-Bereich herangewagt und kenne somit die Vor- und Nachteile beider Location-Arten.

Manchmal hat man auch einfach Glück, wenn es um die Location-Auswahl geht. Das Portrait unten ist z.B. ein Schnappschuß und spontan entstanden. Im Grunde wollte ich dem Model nur zeigen, wie ihm der Hut steht. Da das Foto an einem Straßenverkauf entstanden ist und dort viele bunte Strandutensilien verkauft wurden, ist der Hintergrund etwas unruhig, aber auch ganz interessant, da er sehr bunt erscheint. Die weiße Kleidung des Models bildet dazu einen schönen Kontrast und hebt es damit zusätzlich hervor. Die geringe Schärfentiefe unterstützt die Freistellung des Models ebenfalls und bringt Ruhe ins Bild.

Welche Art der Location ich bei der Portraitfotografie bevorzuge, kann ich pauschal nicht sagen, aber ich werde im Folgenden, die Vor- und Nachteile aufführen.
Portraitfoto - Frau mit blauen Augen und braunen Haaren
Portraitfoto einer brünetten Frau mit blauen Augen

1.1 Outdoor Portraitfotografie

Vorteile:
  • meistens sehr viel Platz
  • viel Licht
Nachteile:
  • man ist nicht immer ungestört
  • wind- und wetterabhängig
  • Equipment, wie Blitzanlagen müssen für den Außeneinsatz geeignet sein

1.2 Indoor Portraitfotografie

Vorteile:
  • ungestört (zu Hause)
  • wetterunabhängig
Nachteile:
  • Platz kann stark begrenzt sein
  • Licht könnte ein Problem werden

2. Fototechnik

Hier möchte ich die technischen Rahmenbedingungen, wie das Equipment und die Fototechnik allgemein aufführen.

2.1 Die Kamera

Wie bereits erwähnt bin ich von Pentax auf Canon umgestiegen. Die Gründe hierfür waren zum einen die mangelnde Objektivauswahl, zum anderen das schlechte Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten. Aus diesem Grund habe ich mit der Pentax ausschließlich draußen fotografiert. Da das Licht bei Indoor-Fotos oft eingeschränkt ist, hätte ich entsprechend hohe ISO-Werte wählen müssen, so dass das Rauschen zu stark geworden wäre.
Ich kann nur empfehlen nach einer Kamera zu schauen, deren Rauschen in hohen ISO-Bereichen möglichst gering ist und für die eine umfangreiche Objektivauswahl angeboten wird.

2.2 Das passende Objektiv für Portraitfotos

Viel wichtiger als die Kamera ist das passende Objektiv.
Portraitfoto eines Mannes in Schwarz-weiß
Portraitfoto von einem Mann in Schwarz-weiß

2.2.1 Die richtige Brennweite

Für die Portraitfotografie empfehle ich lange Brennweiten, ab 70mm aufwärts. Ich persönlich verwende ein Canon EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM Telezoom. Mehrere Gründe sprechen für eine lange Brennweite.
Zum einen kann man mit einer langen Brennweite besser freistellen (Erklärung weiter unten - Kapitel 2.2.3 Das Motiv freistellen), zum anderen bleiben somit die natürlichen Proportionen der abgebildeten Person erhalten. Wenn man mit einem Weitwinkelobjektiv (kurze Brennweite), wie es z.B. in vielen Kompaktkameras oder Smartphones (Handys) verbaut ist, Aufnahmen aus nächster Nähe macht, werden die Proportionen oft verfälscht. Jeder hat bestimmt schon mal festgestellt, dass z.B. Nasen auf einmal viel größer wirken oder der Arm im Vordergrund dicker erscheint. Unter dem folgenden Link befindet sich eine etwas umfangreichere Erklärung zu Brennweiten und ein Beispiel für verzerrte Proportionen.

*Update vom 25.02.2013*
Seit einem Jahr fotografiere ich hauptsächlich mit einem 24-70mm Objektiv. Auch wenn man mit einem 70-200mm Telezoom bei Portraitfotos besser freistellen kann, finde ich, dass sich das 24-70mm universeller einsetzen lässt. Es ist zudem leichter und man hat in kleinen Räumen ein geringeres Platzproblem. Zudem ist die Naheinstellgrenze (Mindestabstand den das Objektiv vom Objekt haben muss, damit korrekt fokussiert werden kann) ebenfalls kleiner. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die kürzere Brennweite auch gut für Gruppenfotos (Familienfotos) und Landschaftsaufnahmen eignet. Aktuell ist das 24-70mm daher mein "Immerdrauf".

Bevor ich einen eigenen Artikel zum Thema Familienfotos schreibe, verlinke ich lieber auf ein kostenloses E-Book, auf das ich gestoßen bin: Link
*Update Ende*

An dieser Stelle sei noch gesagt, dass es einen Unterschied macht, ob man das Objektiv an einer Crop-, oder Vollformat-Kamera verwendet. Crop bedeutet, dass das Bild beschnitten wird und somit größer erscheint. Bei Crop-Spiegelreflexkameras, wie z.B. meiner alten Pentax muss man den Faktor 1,5 für die Brennweite berücksichtigen. D.h. bei einer 77mm Brennweite sind es reelle 115mm (77 x 1,5). An einer Vollformat, wie meiner aktuellen Canon entspricht die angegebene Brennweite der tatsächlichen.

2.2.2 Die richtige Blende

Neben der richtigen Brennweite ist die Blende noch ein wichtiger Faktor für die Bildgestaltung bei Portraitfotos. Die Blende kann man sich wie eine Pupille vorstellen. Sie bestimmt, wie viel Licht in das Objektiv gelangt. Dargestellt wird die Blende durch die Bezeichnung 1:1,8 oder F1,8. Die Werte können von 1 - 32 und mehr reichen.

Zur Verwirrung führt oft die Bezeichnung große und kleine Blende. Wenn man von einer großen Blende spricht, meint man damit einen kleinen Blendenwert. Dann lässt die Blende mehr Licht in das Objektiv. Aus diesem Grund spricht man auch von lichtstarken Objektiven, wenn diese eine große Blende, bzw. einen kleinen Blendenwert haben.
Bei einem Objektiv mit den Werten 18-55mm 1:3,5-5,6 ist die größte Blende 3,5. Wenn auf einem Objektiv die Blendenangabe in einem Wertebereich dargestellt wird, wie hier 18-55mm 1:3,5-5,6, dann heißt das, dass bei 18mm als größte Blende 3,5 und bei 55mm als größte Blende 5,6 eingestellt werden kann. Die kleinste Blende kann über den gesamten Brennweitenbereich eingestellt werden.
Die Blende steuert nicht nur den Lichtdurchlass und somit die Belichtung, sondern auch den Schärfebereich. Je größer die Blende, desto mehr Licht gelangt in das Objektiv und desto geringer wird die Schärfentiefe.

Ich persönlich (viele andere Fotografen sehen das ähnlich) würde für Portraitfotos ein Objektiv mit einer Blende ab F2,8 oder größer (also einen niedrigeren Wert) empfehlen, da man somit mehr Spielraum beim Fotografierenhat. Bei Telezoom-Objektiven sollte man zusätzlich darauf achten, dass die max. Blende über den gesamten Zoom-Bereich verfügbar ist.

Durch die Kombination der Brennweite und Blende lässt sich die Darstellung der abgebildeten Personen stark beeinflussen, wie es im Folgenden beschrieben wird.

2.2.3 Das Motiv freistellen

Eine meiner Lieblingsvorgehensweisen bei Portraitfotos ist es den Hintergrund unscharf darzustellen, d.h. man erkennt eigentlich gar nicht in was für einer Location sich das Model befindet. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Bei der ersten Möglichkeit wählt man von der zu fotografierenden Person einen engen Ausschnitt (Close-Up) in Kombination mit einer entsprechend langen Brennweite. Auf diese Weise wird der Hintergrund automatisch unscharf und ist nicht länger klar erkennbar.
Männerportrait - Close-Up
77mm - F3,5 - 1/350s - ISO 100
Die andere Möglichkeit besteht darin, dass sich das Model weit genug vom Hintergrund entfernt und man zusätzlich eine möglichst große Blende wählt. Je größer die Blende desto unschärfer wird alles außerhalb des Fokusbereichs.
Portraitfoto einer Frau mit blonden Haaren in Schwarz-weiß
77mm - F4,5 - 1/90s - ISO 100
Natürlich lässt sich eine lange Brennweite auch mit einer großen Blende kombinieren, wodurch man einen sehr geringen Schärfebereich erhält.
Neben dem Effekt, dass die Location dadurch nebensächlich wird und nicht mehr vom eigentlichen Motiv ablenkt, liegt der Fokus mehr auf der abgebildeten Person.

Ein Nachteil hat das ganze dennoch. Durch die geringe Scharfentiefe, teilweise nur noch wenige Millimeter, kann es schnell zu einer Fehlfokussierung kommen. D.h. wenn man auf z.B. ein Auge scharf stellt, sich mit der Kamera nur ein bisschen bewegt und dann abdrückt, das Auge schon wieder außerhalb des Schärfebereichs liegt. Somit werden evtl. die Wimpern schärfer als die Iris abgebildet. Abhilfe schafft in diesem Fall abblenden, oder ein Stativ. Aus diesem Grund wähle ich fast nie die maximale Blende von F2,8, sondern eher eine Blende im Bereich F3,5 - 8.

2.2.4 Der Bildstabilisator

Zuerst dachte ich, dass man sowas nicht braucht, aber gerade bei langen Brennweiten und wenig Licht ist der Bildstabilisator Goldwert. Er hat mir schon ein paar mal geholfen ein schönes Motiv unter schwierigen Lichtbedingungen scharf abzubilden.
Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn Verwacklungen durch die Kamera sichtbar werden. Je länger die Belichtungszeit wird, desto mehr sieht man auf den Bildern, wenn die Kamera nicht mehr ruhig gehalten wird. Der Bildstabilisator versucht dieses Verwackeln auszugleichen.

2.3 Belichtung und Licht

Die Belichtung ist eines der wichtigsten Themen in der Fotografie. Man sollte sich ausreichend mit diesem Bereich beschäftigen, da eine korrekte Belichtung maßgeblich für gute Fotos ist.

2.3.1 Belichtung

Bevor ich jetzt noch weiter auf technische Eigenschaften eingehe, fasse ich mich kurz und verweise anschließend auf Seiten, die sich tiefer gehend mit der Thematik beschäftigen.
Die Brennweite, Blende, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert) bestimmen die Belichtung. Vor allem die drei Belichtungsfaktoren Blende, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit stehen in direkter Abhängigkeit. Das sogenannte Belichtungsdreieck stellt die Beziehung der drei Faktoren zueinander dar.
Belichtungsdreieck - Belichtung in der Fotografie
Belichtungsdreieck - www.canon.de
Wenn man den Wert eines Belichtungsfaktors anpasst, muss man mindestens einen der beiden anderen Faktoren ebenfalls ändern, damit der Belichtungswert gleich bleibt. Falls man zum Beispiel den Blendenwert erhöht, also die Blende weiter schließt, muss man den ISO-Wert erhöhen, oder die Belichtungszeit verlängern, damit die Belichtung weiterhin korrekt bleibt.
Wenn ich genügend Zeit habe, stelle ich diese Werte manuell ein, ansonsten fotografiere ich im Modus AV, also der Zeitautomatik. Das heißt der Blendenwert wird eingestellt und die Belichtungszeit automatisch gewählt. Auf diese Weise kann man mit der Schärfentiefe spielen und muss sich nicht mehr um die Belichtungszeit kümmern.

2.3.2 Das richtige Licht

Licht ist mit Abstand das Wichtigste in der (Portrait-)Fotografie. Ohne Licht gibt es keine Fotos. Mit Licht gestaltet man die Bilder, wie vor allem Low-Key und High-Key Aufnahmen zeigen.
Daher ist es wichtig die richtigen Lichtquellen zu nutzen.
Für meine Outdoor-Fotos habe ich mich hauptsächlich auf das Tageslicht verlassen. Direkte Sonneneinstrahlung versuche ich hingegen zu vermeiden, da dies zu unvorteilhaften Schlagschatten führen kann. Das untere Beispiel zeigt deutlich Schlagschatten.
Portraitfoto einer Frau - Portraitfotografie Close-Up
120mm - F3,5 - 1/80s - ISO 3200
Ich persönlich bevorzuge bei Portraitfotos weiche Schatten. Daher positioniere ich das Model entweder direkt im Schatten bzw. versuche die Sonne mit einem Leintuch zu verdecken.

Damit die Person trotzdem ausreichend Licht abbekommt, verwende ich einen, oder mehr Systemblitze, die ich per Synchronkabel mit der Kamera verbinde. Als Blitzgeräte verwende ich den Canon Speedlite 580EX und den Metz 58 AF-1, wobei ich letzteren seltener einsetze. Hauptsächlich nutze ich immer nur einen. Damit keine harten Schatten durch den Blitz entstehen, montiere ich zusätzlich eine Softbox vor den Blitz und befestige alles auf einem Stativ. Ich habe mir damals von flash2softbox, den Adapter und eine Softbox 50x70 gekauft und bin sehr zufrieden. Die Softbox positioniere ich dann meistens leicht seitlich vom Model. Beim unteren Beispiel befindet sich die Softbox leicht links und hellt das Gesicht nur etwas auf. Dieses Beispiel zeigt, wie man für optimale Lichtbedingungen sorgen kann.
Portraitfotografie - Frau mit dunklen Haaren und blauen Augen
77mm - F3,5 - 1/250s - ISO 100
Jedoch hat man diese Möglichkeiten nicht immer und muss dann mit den gegebenen Mitteln zurechtkommen.
Die für mich bisher schwierigste Situation war, als ich von einer Freundin Fotos für ihren Freund machen sollte. Es war abends im Winter nach der Arbeit, dementsprechend war es bereits draußen dunkel. Einen Blitz besaß ich zu dieser Zeit noch nicht. Die Fotos haben wir bei ihr zu Hause gemacht. Ich habe mir die Zimmer, die in Frage gekommen sind, angeschaut und mich dann für ein größeres unter dem Dach entschieden, da man dort am meisten Platz hatte. Zu dieser Zeit besaß ich zum Glück schon meine Canon. Die Lichtbedingungen waren miserabel, nur eine poplige Zimmerdecke, die nicht wirklich hell war, und eine Stehlampe dienten als Lichtquelle. Nach den ersten Testaufnahmen dachte ich schon, dass das nichts wird. Ich hatte trotz ISO 3200 sehr lange Belichtungszeiten. Die Verwacklungsgefahr war dementsprechend hoch. Glücklicherweise hat mein 70-200mm einen Bildstabilisator integriert, so dass ich Verwacklungen entgegenwirken konnte. Da das Gesicht sehr dunkel war, musste ich improvisieren. Daher habe ich die Stehlampe über einen Stuhl gelegt und auf das Gesicht gerichtet. Somit hatte ich mein eigenes kleines Spotlight. Im Folgenden seht ihr das Ergebnis, dabei handelt es sich nur um eines der entstandenen Bilder.
Portraitfotografie - liegender Teilakt einer Frau
95mm - F3,5 - 1/250s - ISO 3200
Anbei noch die Skizze, die den Aufbau erklärt ;-)
Posing - Skizze
Aufbau - Lichtsetting
Ergänzend habe ich noch einen schönen Artikel zur Partyfotografie gefunden.

2.4 Fokussierung

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist das richtige Scharfstellen. Um scharfe Bilder zu machen gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Auf Folgendes sollte man dabei achten.

2.4.1 Brennweite und Blende

Je länger die Brennweite, desto geringer ist der Schärfebereich. Das heißt, man muss einen höheren Blendenwert einstellen um mehr auf dem Bild scharf zu stellen. Leider steigt dadurch auch die Belichtungszeit, was zu Verwacklungen führen kann. Wenn man mit Weitwinkelobjektiven fotografiert, kann man mit dem gleichen Blendenwert, wie bei einem Teleobjektiv viel mehr scharf abbilden.

2.4.2 AF (Autofokus)-Modus

Die meisten DSLRs bieten verschiedene Modi um scharf zu stellen. Auf den kontinuierlichen AF gehe ich nicht weiter ein, da er für mich bei Portraitfotos bis jetzt keine Rolle gespielt hat.
Viel wichtiger ist, ob man sich für Mehrfeld-AF, ausgewählte Af-Felder, oder den Mittenfokus entscheidet. Anbei eine genaue Erklärung zu den verschiedenen AF-Varianten.
Ich bevorzuge die meiste Zeit den mittleren AF-Punkt. Es ist nicht die beste Vorgehensweise, aber ich bin mit den Resultaten sehr zufrieden. Die Gründe dafür sind, dass der mittlere AF der genauste ist und ich nicht immer wieder einen anderen AF-Punkt auswählen muss, sobald ich den Bildausschnitt ändere. Ich fokussiere, aktiviere den Schärfespeicher und schwenke die Kamera mit halb durchgedrücktem Auslöser zu dem gewünschten Bildausschnitt. Der Nachteil besteht darin, dass sich während dieses Schwenks, der Abstand zu dem scharfgestellten Objekt z.B. ein Auge, verändern kann. Da man sich mit der Kamera immer leicht nach vorne oder hinten bewegt, kann ein anderer Bereich im Bild scharf dargestellt werden z.B. die Augenbrauen, oder die Ohren.

2.4.3 Kontrast

Weiterhin sollte man darauf achten, dass der Bereich auf den man scharf stellt genügend Kontrast besitzt. Um es kurz zu machen, es funktioniert nicht richtig auf eine weiße Wand, oder einen blauen Himmel scharf zu stellen, da dort das Kontrastverhältnis sehr gering ist. In richtigen Fotoshooting-Situationen macht sich das vor allem bei Nacht-, oder Gegenlichtaufnahmen bemerkbar. Bei Gegenlichtaufnahmen kann das Gesicht, der zu fotografierenden Person nicht mehr richtig erkannt werden und bei Nachtaufnahmen verschwimmt der Hintergrund mit der Person. Daher besitzen viele Blitze ein AF-Licht, das während der Fokussierung aktiviert wird und meist rotes Licht auf das Objekt projiziert. Dieses Licht erzeugt genügend Kontrast in dunklen Situationen, damit die Kamera scharf stellen kann.
Ich mache von einer Situation gleich mehrere Bilder, die identisch sind. Dadurch erhöht sich die Chance, dass mindestens ein Foto scharf ist.

Das nächste Mal gebe ich Tipps zum Fotografieren von weiblichen Models, siehe Frauenfotos Tipps & Fotoposen für Frauen.

Wer Anregungen oder Verbesserungsvorschläge hat bzw. etwas über ein bestimmtes Thema hören möchte, oder eine detailliertere Beschreibung will, kann mir das gerne mitteilen.

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